auge vs kamera

kennt ihr das auch? da sieht man ein „motiv“ und ist fasziniert, weil’s einfach toll aussieht. man schnappt die kamera, macht ein (oder auch mehrere) bild(er), und freut sich sich, was schönes/dekoratives/außergewöhnliches fotografiert zu haben. beim anschauen der bilder ist man dann aber total enttäuscht: das bild ist einfach nur schlecht. oder besser gesagt: das motiv sieht als foto völlig anders aus, als man sich das beim sehen vorgestellt hat, und man wundert sich, daß die abbildung der realität so ganz verschieden ausfällt von dem, was man geglaubt hat, zu sehen…

auf der anderen seite fotografiert man manchmal dinge, die man interessant findet, von denen man sich als foto aber nicht allzu viel erwartet. zum üben, oder als experiment, denkt man, und ist dann positiv überrascht, wenn man das foto sieht. mir geht das öfter mal so, und hier ist ein beispiel:

diese gräser sahen auf der wiese sehr interessant aus. die farbe und form war so ganz anders als all das gras ringsherum. als bild allerdings ist es nur übel. chaotisch, uninteressant, einfach grausig, finde ich jedenfalls. wirkt nicht, oder besser gesagt: wirkt total schlimm, und gehört in den papierkorb!

ganz anders der weiße klee. da dachte ich unmittelbar nach dem fotografieren, das muss ich nochmal machen. schief und unscharf wird das sicher ein total misslungenes bild geben.

als ich’s dann aber gesehen hab, fand ich es ganz interessant. gut, den ausschnitt hätte ich etwas großzügiger wählen können, aber für ein bild, von dem ich dachte, es sei für die tonne, hat es mich wirklich überrascht.

so geht es mir öfter mal. die kamera „sieht“ nicht, was das auge sieht. und ich finde es gar nicht so einfach, das in den griff zu kriegen und das selektive betrachten, wie’s das auge macht, beim fotografieren auszuschalten und das zu sehen, was man real vor augen hat (wenn ich’s schon könnte, hätte ich sicher weniger bilder mit kleinen störenden ästchen oder blättern an der falschen stelle oder sonstigem kleinkram drin, der das gesamte bild kaputt macht *seufz*).

und so übe ich und übe, und freue mich ab und zu über solche projekte wie cam unsharp, bei dem ich fotodesaster zeigen kann oder die 15 minute challenge, wo auch mal (für mein empfinden) verunglückte fotos reinpassen, denn es ist ja ein übungsprojekt, welches das auge schulen soll. und jetzt geh ich üben, auf der gassirunde…

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2 Gedanken zu “auge vs kamera

  1. Ja das hast du recht das kann schon immer wieder einmal passieren, beim oberen Foto hätte ich eine größere Blende genommen um mehr tiefenschärfe zu haben.
    Aber ob es damit besser ausgesehen hätte glaube ich gar nicht unbedingt den das Foto hat sowieso etwas besonderes.

    Das zweite Foto finde ich sehr interssant weil es eine Dynamik wiedergibt als würde es auf einem Wiesenwasserfall in die tiefe stürzen, und das auch nur weil oben links das dunkle Eck ist.

    Lg,
    Rewolve44

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    1. revolve, ich hab vom ersten mehrere bilder gemacht. auch eins mit geschlossenerer blende. da isses dann noch unruhiger und chaotischer (wenn das überhaupt noch möglich ist…)
      das einzig besondere, das ich erkennen kann, ist, daß es meiner meinung nach in die tonne gehört 😉 . du siehst, ich mag’s nicht. überhaupt nicht! kein bisschen!

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